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KI und Lektorat: Warum der Mensch unersetzlich bleibt

  • Autorenbild: Joshua Idstein
    Joshua Idstein
  • 21. Aug. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Ein freundlich aussehender Roboter mit weißem Plastikkörper und großen schwarzen Knopfaugen schaut in die Kamera.

Dieser Blogpost wurde davon inspiriert, dass ich vor kurzem über eine Seite gestolpert bin, die KI-Korrektorate anbietet. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz alle Bereiche unseres Lebens durchdringt, steht natürlich auch die Textbearbeitung nicht still. Tools wie grammatikalische Prüfprogramme und KI-Lektorate versprechen schnelle und günstige Lösungen für fehlerfreie Texte. Autor*innen greifen ebenfalls vermehrt auf KI zurück – als Tool zur Recherche und Organisation von Notizen, oder (im zum Glück seltenen Fall) sogar zum Schreiben ganzer Textpassagen. Übrigens, auch ich bin da keine Ausnahme – ich verwende KI zur Strukturierung und als Teil meiner Ideenfindungsprozesse. Dazu plane ich in der Zukunft einen Blogpost, denn ich vertrete die Meinung, dass es im kreativen Schreiben vernünftige Anwendungsmöglichkeiten für KI gibt.

Doch lohnt es sich wirklich, auf diese Technik zu setzen, wenn es um die Qualität deiner Texte geht? Warum KI-Lektorate mit Vorsicht zu genießen sind und weshalb der menschliche Faktor im Lektorat nach wie vor unersetzlich ist, erläutere ich in diesem Blog. Und da es sich bei diesem Thema anbietet, sind manche Passagen mithilfe einer Texterstellungs-KI geschrieben worden. Kannst du sie alle entlarven?


1. Die Grenzen der KI: Kontext und Nuancen



Eine der größten Herausforderungen für KI-gestützte Lektorate ist das Verständnis von Kontext und Nuancen. KI kann zwar Rechtschreib- und Grammatikfehler erkennen und korrigieren, aber wenn es um den tieferen Sinn eines Textes geht, stößt sie schnell an ihre Grenzen. Ein menschlicher Lektor hingegen versteht, was du ausdrücken möchtest, erkennt stilistische Feinheiten und kann den Text so anpassen, dass er nicht nur korrekt, sondern auch überzeugend ist. Ein gelungenes Lektorat berücksichtigt den Kontext, die Intention und die Zielgruppe – Aspekte, die eine KI noch nicht erfassen kann.


2. Kreativität und Stil



Möchtest du einen Satz lesen, der von einer Maschine geschrieben wurde?

"Ein guter Text ist mehr als nur korrekt; er ist lebendig, kreativ und fesselt seine Leser."

Klingt überzeugend menschlich, nicht wahr? Kein Wunder. Textgenerierende Intelligenzen wie ChatGPT oder Googles Gemini wurden anhand von abermilliarden menschgemachter Textdokumente trainiert und verstehen sich gut darauf, diese zu imitieren. Das ruft eine Vielzahl urheberrechtlicher Probleme auf den Plan. Entscheidender für dich und mich ist jedoch der Mangel an origineller Kreativität. Denn es ist noch lange nicht geklärt, ob von KI generierte Texte mehr sind als die Summe ihrer Teile.

KI-Lektorate arbeiten nach starren Regeln und Algorithmen, die keine Rücksicht auf deinen persönlichen Schreibstil oder die kreative Gestaltung deines Textes nehmen. Ein*e menschliche*r Lektor*in hingegen versteht, wie wichtig es ist, deinen einzigartigen Stil zu wahren und sogar zu fördern. Ein gutes Lektorat kann helfen, den Text so zu gestalten, dass er nicht nur grammatikalisch korrekt, sondern auch stilistisch anspruchsvoll und ansprechend ist. Einer KI fehlt schlicht und ergreifend dazu die menschliche Intuition.


3. Empathie und Leserbindung



Texte, die dein Publikum ansprechen und berühren sollen, brauchen mehr als nur technische Korrektheit – sie müssen einen emotionalen Kern haben. Hier kommt die Empathie des bzw. der menschlichen Lektor*in ins Spiel. Ein*e Lektor*in kann sich in die Perspektive der Zielgruppe hineinversetzen und den Text so anpassen, dass er den richtigen Ton trifft und die gewünschte Wirkung erzielt. KI-Lektorate hingegen sind auf rein technische Analysen beschränkt und können nicht einschätzen, wie ein Text emotional auf die Leser wirkt.


4. Die Gefahr der Übersättigung durch KI



Huch, warum kommt mir der Text von Punkt 3 so vertraut vor? Na, weil er dem vorhergegangenen Text in Punkt 2 erschreckend ähnlich ist. Wie du siehst, üben wir in diesem Blog das KI-Spotting. Nichtssagende Unterpunkte und sich wiederholende Argumente sind verräterische Indizien einer KI-Bearbeitung. ChatGPT mangelt es wenigstens nicht an Selbstkritik, denn von dort stammt auch der folgende Satz:

"In einer Welt, in der KI-generierte Inhalte immer häufiger werden, besteht die Gefahr, dass Texte zunehmend uniform und langweilig wirken. Wenn alle Texte den gleichen Regeln und Algorithmen folgen, geht die Vielfalt verloren."

Ich hätte es nicht besser zusammenfassen können. Wenn du deinen Text mithilfe einer KI erstellst oder ihn von einer KI lektorieren lässt, wird er letztendlich nur weniger originell. Das gleiche gilt nicht für ein Lektorat bei mir – ich sorge dafür, dass dein Text sich von der Masse abhebt und authentisch bleibt – etwas, das eine KI nicht leisten kann.


5. Persönliche Zusammenarbeit und der "human factor"



Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für das menschliche Lektorat spricht, ist die persönliche Zusammenarbeit. Menschliche Lektor*innen sind nicht nur Dienstleister, sondern deine Partner*innen, die dich und dein Projekt unterstützen. Ein Mensch kann auf deine spezifischen Wünsche eingehen, dir individuelle Tipps geben und dich während des gesamten Schreibprozesses begleiten – und würdest du wirklich auf meine unterhaltsamen Kommentare in den Seitenrändern verzichten wollen? Diese persönliche Betreuung ist durch eine KI nicht zu ersetzen. Der Dialog zwischen Autor*in und Lektor*in fördert die Entwicklung eines besseren Textes und macht außerdem einfach Spaß. Wenn du nur halb so viel Zeit vor der Tastatur verbringst wie ich, bist du vermutlich auch über jede echte Interaktion mit einer anderen Person glücklich. Und bei mir bist du auch gleich noch bei jemandem, der einen ähnlichen Weg wie du geht.



Fazit: Der Mensch macht den Unterschied


KI kann ein mächtiges Werkzeug sein, und in der Form von Autokorrektur und der Word-Rechtschreibprüfung verwenden wir sie bereits seit Jahren in unserem Alltag. Sie ersetzt jedoch nicht die Feinfühligkeit, Kreativität und das tiefergehende Verständnis eines menschlichen Lektorats – und das wird sich auch voraussichtlich nicht so schnell ändern. Wenn du möchtest, dass dein Text nicht nur korrekt, sondern auch ausdrucksstark, emotional ansprechend und einzigartig ist, solltest du auf die Expertise eines professionellen Lektorats setzen. Der menschliche Faktor macht hier den entscheidenden Unterschied – und dieser Unterschied kann den Erfolg deines Textes maßgeblich beeinflussen. Schließlich schreibst du ja für Menschen und nicht für Maschinen!

 
 
 

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