
Lektorat Idstein
Joshua Idstein, Freier Lektor
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Die Aufgaben eines Lektoren bzw. einer Lektorin umfassen neben dem Korrigieren (also der Prüfung der Zeichensetzung, Rechtschreibung und Grammatik) auch die Prüfung der stilistischen und inhaltlichen Kohärenz, also mit anderen Worten: Ist der Text klar verständlich? Wirkt er "aus einem Guss"? Gibt es Logiksprünge oder Kontinuitätsfehler (zum Beispiel, dass Figuren in einer Szene plötzlich und unerklärlich die Kleidung wechseln)?
Lektor*innen schreiben auch schon mal ganze Sätze und Szenen um, wenn sich das als notwendig erweist. Sie betreuen die Autor*innen also weit ausführlicher, als es ein reines Korrektorat machen würde.
Das macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem Lektorat und einem Korrektorat aus. Wir betreuen als Dienstleistende unsere Kund*innen ausgiebig und sind damit auch näher dran am Text.
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Die Frage ist natürlich höchst individuell. Ich würde sagen, nicht jeder Text braucht gleich ein Lektorat. Für kurze, prägnante Texte reicht in der Regel ein einfaches Korrektorat. Ein Lektorat bietet sich aber dann an, wenn der fertige Text auf sprachliche Präzision und einen einheitlichen Stil angewiesen ist, zum Beispiel im Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit, oder wenn inhaltliche und stilistische Elemente nicht zu kurz kommen dürfen, wie etwa für einen Roman.
Denn als Autor*in ist man meist zu nah am Text und zu tief in den eigenen Vorstellungen, um Probleme direkt zu erkennen. Viele Autor*innen setzen in erster Instanz auf eine private Testleser*innengruppe. Deren Feedback dient als Grundlage für erste Revisionen. Ich würde aber ein fertiges Manuskript immer noch einmal ins Lektorat geben, denn Lektor*innen sind, besonders für Studierende und Buchautor*innen, die logische nächste Instanz: Wir sind den Autor*innen gegenüber nicht so verbunden wie es eine Freundesgruppe oder ein Schreibkreis vielleicht ist. Wir stellen als Profis mit der notwendigen Distanz zum Werk sicher, dass dein Text gelingt - und stehen dafür auch mit unserem Namen ein.
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Auf diese Frage lautet die einzig richtige Antwort ein ganz deutliches Nein!
Hüte dich vor Dienstleistern, die gegenteiliges versprechen. Lektor*innen und damit auch ich sind Menschen, keine Maschinen. Selbst Lektoraten in großen Publikumsverlagen entgehen teils peinliche Fehler, und Menschen wie du und ich, die gerne und viel lesen, dürfen diese dann mit Schadenfreude entdecken.
Natürlich möchtest du aber, dass ich dir deinen Text nach bestem Ermessen und Gewissen fehlerfrei übergebe. Das ist auch mein Anspruch an mich selbst.
Es gibt keine offiziellen zulässigen "Fehlerquotienten", in der Branche hat sich aber ein Standard von 0,05% durchgesetzt. Das heißt, dass du mit maximal 3 bis 5 Fehlern auf 10.000 Wörter rechnen solltest. Alles weit darüber liegende wäre keine akzeptable Qualität, weder für dich noch mich.
Sollten dir also eklatante Fehler auffallen, nimm gerne noch einmal Kontakt mit mir auf und wir suchen gemeinsam nach einer fairen Lösung!
Hast du Fragen zum Ablauf des Lektorats? Siehe "Wie läuft ein Lektorat ab?" im FAQ!
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Im Lektorat hat es sich durchgesetzt, einen festen Preis pro Normseite zu nehmen. Eine Normseite entspricht in Deutschland 30 Zeilen zu maximal 60 Anschlägen, oder etwa 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen (Quelle).
Textverarbeitungsprogramme wie Word zählen die Zeichen eines Dokuments in der Regel selbstständig. Du kannst aber deine Schrifttype auch einfach auf Courier New, 12 Pkt. setzen, wenn du dein Dokument gerne in Normseitenformat hättest.
Um das etwas zu veranschaulichen, nehme ich eine Hausarbeit aus meinem Bachelorstudium mit einem Umfang von 14 Seiten zur Hilfe (Preise Stand Juni 2025). Die Hausarbeit hat 32.000 Zeichen und damit ≈21,3 Normseiten, da die Schrifttype etwas kleiner als bei der Normseite ausfällt.
Korrektorat: ein Korrektorat würde 2,50€ x 21,3 NS kosten, also = 53,25€
Lektorat: ein Lektorat würde 4,50€ x 21,3 NS kosten, also = 95,85€
Übersetzung: eine Übersetzung, gleichweg ob Deutsch zu Englisch oder Englisch zu Deutsch, würde 16€ x 21,3 NS kosten, also = 340,80€
Natürlich biete ich meine Dienste inzwischen auch vermehrt für Belletristik-Autor*innen an. Ein durchschnittliches Buch von circa 300 Seiten würde folgende Kosten mit sich tragen:
Korrektorat: 2,50x300 NS = 750€
Lektorat: 4,50€ x 300 NS = 1350€
Übersetzung: 16€ x 300 NS = 4800€
Meine Preise liegen im unteren Drittel des Schnitts in Deutschland. Während ich mit möglichst niedrigen Preisen besonders Selfpublisher*innen ansprechen möchte, die in einem begrenzten Budget arbeiten, muss es auch für mich stimmig sein.
Warum rechne ich dich dann eigentlich nicht nach Stunde ab? Ganz einfach: ich würde mich selbst für schnelleres Arbeiten bestrafen, und umgekehrt, würde mich belohnen, wenn ich schleppend arbeite. Das wäre weder dir noch mir gegenüber fair! Im Allgemeinen rate ich dringlichst von Dienstleistern ab, die Lektorate nach Stundensatz anbieten. Die Berechnung pro Normseite ist transparent und nachvollziehbar!
Für alles weitere empfehle ich dir den Artikel des Verbands der Freien Lektorinnen und Lektoren zum Thema Honorare im Lektorat.
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Nachdem du dir von mir ein unverbindliches Angebot eingeholt hast, welches sich nach dem Umfang deines Textes und meiner Preisliste berechnet (siehe hier für weitere Details), kannst du dieses Angebot bestätigen. Mit der Übersendung deines Textes gilt der Vertrag dann als zustande gekommen.
Als nächstes mache ich mich ans Eingemachte. Ich arbeite mit der Überprüfungsfunktion von Microsoft Word.
Das heißt, dass Korrekturen oder Umschreiben im Text mit roten Änderungsvorschlägen dargestellt werden. Diese kannst du dann einfach mit dem "Check"-Button annehmen oder auch ablehnen, wenn dir eine bestimmte Änderung nicht ganz zusagt. Im Lektorat arbeite ich zudem mit Kommentaren, um tiefere Eingriffe in den Text zu erläutern, Tipps zu geben, oder auch einfach, um dich zu loben, wenn mir etwas besonders gut gefällt! Auch das gehört, finde ich, zu einem guten Lektorat.
Diese Kommentarfunktion nutze ich auch, wenn ich einen inhaltlichen oder stilistischen Vorschlag machen möchte, der sich nicht innerhalb des Textes durchführen lässt (das kann zum Beispiel so etwas sein wie, "Wäre hier nicht ein anderer Blickwinkel spannend?" oder "Ich finde, du solltest das noch ausführlicher erläutern").
Nach Abschluss der Bearbeitung sende ich dir dein fertiges Dokument und die Rechnung in der vorher vereinbarten Höhe zu. Du hast dann 14 Tage, um die Rechnung zu begleichen. Bitte nimm dir jetzt die Zeit, alle Vorschläge gründlich durchzulesen und zu überprüfen!
Bitte beachte, dass es gerade bei komplexeren Eingriffen in den Text trotz aller Mühe zu Folgefehlern kommen kann. So etwas kann vorkommen, wenn mehrere Änderungsvorschläge aufeinander aufbauen und nur bei Annahme aller Vorschläge funktionieren oder wenn du den Text nach dem Lektorat noch einmal umschreibst. In dem Fall bist du in der Verpflichtung.
Text überarbeitet, aber jetzt bist du dir nicht sicher, ob er fehlerfrei ist?
Gar kein Problem! Mein Lektorat umfasst, wenn gewünscht, eine Revision. Bitte sende mir deinen Text möglichst zeitnah nach dem ersten Durchgang mit den akzeptierten Änderungen zurück. Du erhältst dann kurz darauf eine korrigierte Version der endgültigen Fassung.
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Das kommt natürlich ganz auf die Textlänge und individuelle Bedürfnisse an. Wie du an meiner Preisliste sehen kannst, rechne ich (wie es sich auch im Gewerbe durchgesetzt hat) nach Normseite ab. In der Regel lektoriere ich zwischen 5 und 10 Normseiten in der Stunde, je nach Textart und, naja, "Bedarf" - denn manche Texte bedürfen nun mal einer intensiveren Bearbeitung.
Ich vergebe (Stand Juni 2025) Aufträge nach Verfügbarkeit und in der Regel bis zu einem Limit von 400 Normseiten pro Monat. Für Buchmanuskripte solltest du etwas mehr Zeit einplanen. Haus- oder Bachelorarbeiten lassen sich natürlich etwas schneller bearbeiten. Hier ist in der Regel mit 1-2 Werktagen zu rechnen.
Wusstest du schon, dass ich einen Express-Dienst für Studierende anbiete? Wenn es mal richtig schnell gehen muss, lektoriere oder korrigiere ich deinen Text innerhalb von 24 Stunden nach Vertragsschluss - je nach Kapazität sogar am Wochenende. Frag mich am besten einfach an!
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Ich werde dir hier keinen Honig ums Maul schmieren und behaupten, ich sei der beste oder der günstigste freie Lektor, den du finden kannst. Was ich stattdessen biete, sind Ehrlichkeit und Empathie. Wie du vielleicht schon bemerkt hast, möchte ich besonders zwei Gruppen ansprechen: Studierende und Newcomer-Autor*innen (besonders jene, die ins Selfpublishing gehen möchten).
Ich kann mich in die Bedürfnisse beider Gruppen hineinversetzen. Denn zum einen liegt mein Studium noch gar nicht so lange zurück und war in der Regel ziemlich stressig, und zum andern schreibe ich selbst und verstehe, wie nervös man kurz vor der Veröffentlichung eines Romans sein kann.
Deswegen bist du bei mir gut aufgehoben, wenn du einen Lektoren suchst, der dir auf Augenhöhe begegnet, sich die Zeit für deinen Text nimmt, die dieser verdient, und das Ganze noch dazu mit auf deine individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Preisen anbietet.
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Mich erreichen vermehrt auch Anfragen, ob ich Genres oder Buchgattungen lektoriere, die nicht meinen Schwerpunkten entsprechen - Kinderbuch oder Sachbuch zum Beispiel.
Allgemein gilt: Ja! Ich schaue mir jedes Manuskript, jede Anfrage gerne individuell an. Mein Portfolio umfasst bereits Textarbeiten vom Gesellschaftsroman, Science-Fiction-Werk bis hin zu einem biografischen Werk über die Eisenbahn in Ost- und Westdeutschland. Ich bin also breit aufgestellt und habe schon unterschiedlichste Projekte betreut. Zuweilen liebe ich auch die Herausforderung, außerhalb meiner Schwerpunkte und Komfortzone zu arbeiten. Schreib mich gerne noch heute über das Kontaktformular an - falls es nicht perfekt passt, kann ich dir sicherlich Empfehlungen geben, welche Dienstleister deinen Text adäquat betreuen können.